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Cloud Computing für den Mittelstand – Wertschöpfung auf Kosten der Sicherheit?

 

In vielen deutschen Unternehmen rückt das Cloud Computing als strategisches Thema in zunehmendem Maße auf die Agenda. Schon lange ist die Speicherung und Verarbeitung in der Datenwolke kein Trendthema mehr, sondern eine interessante Methode, um Geschäftsprozesse effizienter und produktiver zu gestalten. Mit neuen Verrechnungsmöglichkeiten wie „Nutzung nach Bedarf“ oder „Bezahlung nach Nutzung“ kann die Nutzung von IT-Kapazitäten individueller geplant und projektiert werden. Da weniger eigene Ressourcen vorgehalten werden müssen, erhöht sich die Flexibilität und es öffnen sich neue Möglichkeiten für schnellere Innovationen, wirtschaftlichere Zusammenarbeit und intelligentere Businessprozesse. Auch im Hinblick auf Themen wie Industrie 4.0 und die direkte Kommunikation von Geräten untereinander sind Cloud-basierte Technologien die wesentlichen Treiber für die nächsten Jahre. Auf die Wertschöpfungskette im Unternehmen hat die Nutzung der Cloud zweifellos einen höchst positiven Einfluss.

Noch herrscht Unsicherheit

Eine Vielzahl von Befragungen unter mittelständischen Unternehmen zeigt die Aufgeschlossenheit gegenüber dem Cloud Computing. Entscheider und CIO sind sich der Vorteile durchaus bewusst. Dennoch zögern viele der Befragten aufgrund eines wesentlichen Faktors: der Sicherheit. Über zwei Drittel sehen die größten Hemmnisse für die Einführung von Cloud Services in den Sicherheitsrisiken. Im Zuge von Spionageskandalen wie PRISM und Tempora steht für diese Unternehmen auch die Standortfrage des Cloud Providers im Fokus. Dabei ist es für über 60 Prozent der Befragten wichtig, dass sich dieser Standort in Deutschland befindet. Das Vertrauen in die großen internationalen Public-Cloud-Anbieter wie Dropbox for Business, Skydrive Pro mit Verschlüsselungstechniken oder Amazon S3 mit ISO 27001-Zertifizierung ist nicht besonders hoch, solange die Daten auf ausländischen beziehungsweise außereuropäischen Cloud Servern liegen und der unbefugte Zugriff durch Dritte nicht ausgeschlossen werden kann.

Vertrauen ist gefragt

Eine Studie der European Network and Information Security Agency (ENISA) unterstreicht, dass heute Sicherheitsstandards über die Wahl des Cloud-Anbieters entscheiden. Die dadurch forcierte Anhebung der Sicherheitsstandards von Cloud-Technologien ist unabdingbar. Vertragliche Regelungen zur Informationssicherheit, Klärung der organisatorischen Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten, klare Regelungen für eventuelle Datenrückführungen und transparente Qualität der Services (SLA) sind hier nur ein paar der wichtigen Herausforderungen für die Anbieter. Wichtig sind auch europaweit gültige Datenschutzrichtlinien, Standardisierungen und Compliance-Vorschriften für den Betriebsablauf, um mittelständische Unternehmen von entsprechenden Modellen zu überzeugen.

Welche Lösung ist die beste?

Eine Alternative zur Public Cloud sind Private Clouds oder hybride Lösungen, die beide Systemansätze nutzen. Welche Lösung die passende ist, hängt von den jeweiligen Anforderungen ab. Dazu zählen zum Beispiel das erforderliche Sicherheitsniveau, die Datenmengen, die Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie die transparente Administration und Nutzerverwaltung. Im Allgemeinen gilt es auch hier, die gesamten Prozesse zu betrachten, um bewerten zu können, welches Cloud-Konzept optimal geeignet ist. Eine fundierte IT-Managementberatung trägt dazu bei, die Chancen und Risiken zu identifizieren und die passende Auswahl zu treffen. Wenn Datenschutz und -sicherheit im Einklang mit einer verbesserten Wertschöpfung gewährleistet sind, wird das Cloud Computing auch für mittelständische Unternehmen zum Erfolgsmodell.

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