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Gastbeitrag: Goodbye, Windows XP! – Ein persönliches Nachwort auf das erfolgreichste Betriebssystem aller Zeiten

Der erste Schmerz ist abgeklungen, aber seien wir ehrlich: Windows XP war ein Meilenstein. Mir fehlt bereits jetzt die Melodie beim Hochfahren, fest eingebaut in meinen morgendlichen Timeslot des Kaffeeholens. Grüne Wiese, blauer Himmel, das zweispaltige Startmenü, eine Revolution! Dann gehörte es eben auch zur eXPerience, dass das Betriebssystem erst nach der Installation des zweiten Servicepacks wirklich funktionierte. In langen Beziehungen lernt man schließlich, mit kleinen Fehlern des anderen umzugehen.

Genau genommen waren es 12 Jahre und 165 Tage. Als Bill Gates, Microsoft-Chef und Chief Software Architect am 25. Oktober 2001 den Verkaufsstart des neuen Nachfolgers von Windows 2000 verkündete, sang Sting auf der Bühne im Bryant Park, New York, You’ll remember me when the west wind moves in „Fields of Gold“ – beide sind Klassiker geworden . Und so erinnern wir uns an die damals neue Windows Bild- und Faxanzeige, die fast unendlichen Möglichkeiten der Systemwiederherstellung oder die standardmäßige Kompatibilitätsoption für Anwendungen, die für ältere Windows-Versionen geschrieben wurden. Doch was sind 12 Jahre in der IT? Eine Ewigkeit.

Es muss auch mal gut sein.

Und so wird es Zeit. Microsoft stellte zum 8. April 2014 den kostenfreien Support für Windows XP inklusiver der automischen Updates ein. Das bedeutet, dass das System nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt wird und damit enorme Sicherheitslücken ungepatcht bleiben.  Außerdem optimieren viele Hardware- und Softwarehersteller ihre Produkte für aktuelle Versionen von Windows. Damit sind eine Vielzahl von Apps und Geräten in Zukunft nicht mehr mit Windows XP kompatibel.

Der vergessene PC im Backoffice

Nach meiner Einschätzung wird Windows XP bereits jetzt nicht mehr standardmäßig eingesetzt, der Großteil der Unternehmen und Institutionen hat migriert oder wird es in naher Zukunft tun. Das Sicherheitsproblem kann aber auch jene Firmen treffen, die sich eigentlich gut vorbereitet hatten: Und sei es nur wegen des kleinen, fast vergessenen PCs im Büro am Ende des Flurs, auf dem Windows XP läuft. Sobald er internetfähig und im Netzwerk des Unternehmens angebunden ist, wird das gesamte Unternehmensnetzwerk anfällig für Malware, für Viren und Trojaner aus dem Netz. Ich würde sagen, ca. 40 bis 50 Prozent der Unternehmen lassen sicher noch „versteckt“ XP laufen. Vielleicht unterhalten auch Sie noch einen stillen Windows-XP-Rechner?

Tipp: Inventarisieren

Bei einer komplexen ITInfrastruktur hilft es, eine PC-Lifecycle-Management-Lösung einzuführen und damit alle PCs einmal zu inventarisieren. Dann kann die Migration zu Windows 7 oder 8 in Angriff genommen werden. Sehr kleinen Unternehmen würde ich raten, die Softwareverteilung „per Hand“ zu machen. Hier lohnen meist die hohen Lizenzkosten nicht, die durch die Softwareverteilungs-Lösung entstehen.

Tipps zur erfolgreichen unternehmensweiten Migration auf neuere Windows-Versionen geben unsere Experten, zum Beispiel für den Bereich Managed Workplace Services oder Application Operations & Lifecycle Management. Für ein wenig abschließendes Schwelgen in der vergangenen Ära des Windows XP empfehle ich Ihnen, die Kopfhörer aufzusetzen. Dieser Remix entstand allein aus Tönen des vergangenen Betriebssystems.

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