2. Mai 2014

Sommer, Sonne, Urlaub in Amerika – und ein kurzer Gedanke an die Arbeit

Ich saß am Flughafen in San Francisco. Mein Urlaub war noch längst nicht zu Ende und ein Gedanke an die Arbeit holte mich ein. Mich beschäftigte das große Transitionsprojekt eines Neukunden – bevor es mich überhaupt gedanklich losgelassen hat. Könnte ich von hier aus in das Projekt eingreifen?

Wie oft greifen Sie von unterwegs auf Unternehmensinhalte zu? Arbeiten Sie im Zug an der letzten Präsentation, schicken Sie Termineinladungen oder teilen Dokumente? Besonders einfach können selbst entwickelte Business Apps im Geschäftsumfeld Wege und Prozesse verkürzen, und damit Ressourcen sparen. Sie ermöglichen echtes flexibles Arbeiten – auch und gerade in einer Situation am Flughafen, wie ich sie erlebte. Falls Sie überlegen, eine unternehmenseigene Business App zu entwickeln, möchte ich Ihnen aus meiner Erfahrung fünf Punkte an die Hand geben.

1. Beschränken – was ist wirklich wichtig, und welche Funktionen können in einem zweiten Schritt hinzugefügt werden? Bei der Entwicklung Ihrer ersten Business App gilt das Motto: Keep it smart and simple. Das bedeutet zum Beispiel, die Zahl der Geräte zu beschränken, die bedient werden sollen. Fokussieren Sie zunächst nur auf die Entwicklung für iPhone/iPad oder nur für das Android-Betriebssystem – versuchen Sie nicht, beides sofort gleichzeitig abdecken zu wollen.

2. Ziele und Zielgruppen definieren – wie und wem soll die Anwendung dienen? Apps können in unterschiedlichsten Bereichen nützlich sein. Überall dort, wo Beschäftigte mobil arbeiten, wie zum Beispiel im Außendienst, ergibt der Einsatz von Business Apps Sinn. Nicht zu vernachlässigen ist der Einsatz einer App als Marketing-Instrument. Der Anwendungsbereich der App, ihr Zweck und ihre Zielgruppe bestimmen die Strategie und die richtige Plattform für die Anwendungsentwicklung. Sich über Ziele und Zielgruppen im Klaren zu sein, ist der absolute Grundbaustein jeden Projektes.

3. Datensicherheit prüfen – in welche Umgebung soll die App eingebettet werden, ist ein App-Wrapping erforderlich, welche Mobile-Device-Management-Lösung kommt zum Einsatz? Native Apps, die für ein spezielles Betriebssystem entwickelt wurden, laufen direkt auf dem Gerät in einer geschützten Umgebung. Bei webbasierten Anwendungen muss dagegen der Browser diese Sicherheit gewährleisten. Unternehmen sollten daher prüfen, ob die eingesetzten mobilen Browser die jeweiligen Sicherheitsstandards erfüllen. Zudem muss die entsprechende Web App öffentlich im Internet zur Verfügung gestellt werden, bei sensiblen Daten erhöht sich der Aufwand für die Absicherung gegen Missbrauch. Für verschiedene Plattformen eine Anwendung von Grund auf neu zu entwickeln, kann mit höherem finanziellen und zeitlichen Aufwand verbunden sein – bietet jedoch auch weitreichende Optionen in Funktionsumfang und Sicherheit.

4. Konzept und Feinspezifikation erstellen – welche Angebote gibt es für die unternehmensspezifischen Besonderheiten? Ein Konzept, das den Mehrwert des geplanten Projekts sowie die Ziele und Zielgruppen festhält, ist Basis für die Feinspezifikation (das Lastenheft). Dabei sollten alle wichtigen Abteilungen einbezogen werden. Denn sie äußern Wünsche und haben das Prozess-Know-how, das wesentlich ist für die Umsetzung der geplanten Ziele. Später kann es sinnvoll werden, Bestandteile der App zu überdenken. Sind diese Teilprozesse auch wirklich alle in der mobilen Anwendung von Bedeutung?

5. Hosting, Betrieb, Support und Weiterentwicklung einkalkulieren – wie behalte ich die Kosten im Auge? Wenn Sie den finanziellen und zeitlichen Rahmen kalkulieren, den das Projekt in Anspruch nimmt, bedenken Sie  den Aufwand für die Weiterentwicklung, die Software-Pflege und Aktualisierung. So sind zum Beispiel Sicherheits-Updates oder Anpassungen an neue Betriebssysteme regelmäßig notwendig. Schnell können die Kosten aus dem Ruder laufen, gerade wenn beispielsweise die erste Empfehlung, anfangs den Projektumfang übersichtlich zu gestalten, nicht beherzigt wurde. Apps sind komplexe Softwareprodukte, die wie Desktop-Anwendungen auch mit den Aktualisierungen des Betriebssystems Schritt halten müssen.

Wenn Sie mehr zum Thema lesen möchten, empfehle ich Ihnen die aktuelle Ausgabe Nr. 3 der Zeitschrift „Chefbüro“. Hier finden Sie unseren Artikel „Mehr als Nice-to-have: Wann sich Business Apps für den Mittelstand lohnen“, in dem unter anderem unser Partner, die c4c Engineering GmbH, die Plattformfrage stellt und erläutert.

Übrigens, und hier werden die „Wiederholungstäter“ der USA-Urlauber jetzt wissend schmunzeln: Der Urlaub war trotz allem ein voller Erfolg!

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