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mod IT Blog Wenn die Uhr tickt: Erfolgreiches IT-Management bei einem Carve-out

Wenn die Uhr tickt: Erfolgreiches IT-Management bei einem Carve-out

Stellen Sie sich vor, Sie sind CIO eines mittelständischen Unternehmens. Wenn Sie es bereits sind, umso besser. Denn jetzt wird es knifflig: Sie sind gerade dabei, ihr IT-Service-Management von Grund auf zu überarbeiten oder zu prüfen, inwieweit bestimmte Infrastrukturteile cloud-fähig sind, oder Sie kommen gerade aus dem Urlaub zurück – kurz: Sie sind mit tausend alltäglichen Aufgaben beschäftigt, wenn Sie von irgendwoher die Nachricht erreicht, eine Unternehmenssparte stünde zum Verkauf. Und Sie werden Teil dieser Sparte.

Als Autor eines IT-Blogs lasse ich jetzt außen vor, welche persönlichen Gedanken Ihnen durch den Kopf huschen, zum Beispiel rund um den neuen Standort des Unternehmens. Denn für die IT-Abteilung wird es jetzt darum gehen, eine entscheidende Rolle beim Carve-out zu spielen – bei einem Transformationsprojekt, das zu den größten Herausforderungen für Unternehmen und ihre IT zählt.

Ganz gleich, wohin die Reise führt, planen Sie besser ein, sich gleich am nächsten Tag erste Gedanken zu den Übernahme- und Verkaufsaktivitäten zu machen. Der Zeitfaktor spielt eine zentrale Rolle für den Erfolg des Projekts. Denn ab der Unterzeichnung der Verträge haben Sie in der Regel nur eine Zeitspanne von sechs Monaten, bevor die „Schotten dichtgemacht“ werden.

Go, go, go

Entscheidend ist also nicht der offizielle Startschuss, sondern die frühe Antizipation der Situation: die Vorbereitung, die unter anderem in der logischen Trennung im Active Directory und der für das Business kritischen Applikationen wie dem ERP-System – z. B. der Warenwirtschaft – besteht. Denn der Betrieb sollte in jedem Fall weitergehen, vor und schnellstmöglich nach der Ausgründung. Das Prinzip, das ich hier beschwöre, ist die Notwendigkeit des Business-IT-Alignment. Sich auf die Unternehmensziele zu fokussieren und die Business-Prozesse im Dialog mit den Fachabteilungen bestmöglich zu unterstützen, hilft dabei, die organisatorischen Veränderungen mit weniger Reibungsverlusten umzusetzen. Im zweiten Schritt können Sie sich der Basis-Infrastruktur zuwenden, zum Beispiel den eingesetzten Microsoft-Diensten.

Der Zauber des Neuanfangs

Bei der logischen Trennung sollte kritisch hinterfragt werden, ob das neue System durch eine Kopie des „Altsystems“ erstellt wird oder noch genügend Zeit und Ressourcen vorhanden sind, es komplett neu aufzusetzen. Ratsam ist es, wenn es das Budget zulässt, sich für ein neues System zu entscheiden. Denn eine Kopie hat immer zur Folge, dass vor oder nach der Transitionsphase angesichts der „Altlasten“ aufgeräumt werden muss. Bei einem Neuanfang sind die Anfangskosten höher als bei einer Spiegelung aller Systeme. Dafür sind im Nachgang dann weniger Aufräumarbeiten nötig

Der physische Cut

Der kritischste Teil des Carve-outs ist die Transitionsphase ab der Unterzeichnung der Verträge. Kritisch ist dieser Teil, da hier die Zeit drängt, das Enddatum fix gesetzt wurde. Doch ist die Vorarbeit der logischen Trennung geleistet, wurde also der virtuelle Cut frühzeitig initiiert, ist die physische Trennung gut planmäßig umzusetzen. Denn hier können Sie skalieren: Es entscheidet eher Manpower darüber, wieviele – ich sage einmal lapidar – „Kisten“ Sie von A nach B transportieren können. Die konzeptionelle Phase der logischen Trennung zuvor – das ist die Phase, die nicht mittels personeller Ressourcen beliebig skaliert werden kann. Die Abstimmung mit Fachbereichen, mit Spezialisten und die Einbindung der Konzeptionierer lässt sich nicht genau terminieren.

Best Practices für einen Carve-out

Bei unserem Kunden Aventics erkannte CIO Markus Heine die Zeichen der Zeit sehr schnell. Er begann frühzeitig – noch bevor die Verträge unterzeichnet wurden, – die SAP-Systeme zu trennen. Das erleichterte das spätere Transitionsprojekt ungemein, da bereits im Mutterkonzern, der Bosch Rexroth Pneumatics, mehrere voneinander getrennte SAP-Systeme bestanden. Dann ließ sich auch unter Zeitdruck die IT erfolgreich physisch „herausmigrieren“. Für einen vollständigen Bericht über dieses Projekt unter Beteiligung der mod IT Services lege ich Ihnen den Artikel ans Herz, der kürzlich im CIO-Magazin veröffentlicht wurde.

Neben der guten Planung benötigen Unternehmen für die Durchführung eines Carve-outs vor allem erfahrenes Personal und kompetente Begleitung. Das betrifft jedoch nicht nur die IT. Auch alle anderen Unternehmensbereiche wie Marketing, Human Resources und Finance werden schließlich herausgelöst. Neben der Umsetzungskompetenz der mod IT Services bieten unsere Kollegen von mod Finance & Accounting spezialisierte Unterstützung bei Mergers & Acquisitions.

Falls Sie mit mir im Verlauf dieses Beitrags über die Vorgehensweise bei einem Carve-out nachgedacht haben – Sie erinnern sich, die knifflige Aufgabe, – freue ich mich, mit Ihnen in Dialog zu treten.

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